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2010 5 Mai

Zwitscher mir was

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Als die Twitter-Entwickler Jack Dorsey, Evan Williams und Biz Stone im Jahre 2006 ihren Mikrobloggingdienst vorstellten, dachte sie wohl nicht daran wie einflussreich und weitenreichenstark ihre Plattform einmal werden würde. Heute, vier Jahre später, hat sich das soziale Netzwerk rund um den kleinen blauen Vogel zu einer der erfolgreichsten Web2.0-Anwendungen gemausert.

Für alle die Twitter nicht kennen: es handelt sich hier um eine Art öffentlich einsehbares Tagebuch, wo man eigene Textnachrichten, sogenannte “Tweets” (engl. to tweet = zwitschern), in der Länge von 140 Zeichen posten kann, die dann von allen anderen Benutzern die einem “folgen” gelesen werden können. Die geposteten Tweets werden dann für jeden Benutzer chronologisch in einem Log dargestellt und können auf der benutzerspezifischen Twitterseite abgerufen werden.

Mittlerweile ist Twitter neben anderen sozialen Netzwerken wie Facebook und studiVZ, sowie den Blogs im Allgemeinen zu einer Art tragenden Säule im Web 2.0 geworden. Die Anwendungen des “Mitmach-Webs” werden nicht mehr nur von gelangweilten und mitteilungsbedürftigen Internetusern genutzt, sondern auch vermehrt von Journalisten genutzt. So ergab eine Studie des PR-Unternehmens Cision und der George Washington University, dass 56 Prozent der Journalisten die Rolle von “Social Media” als wichtig für ihre Arbeit einstufen.

Social Media macht den Mainstreammedien Konkurrenz

Laut der amerikanischen Studie nutzen alle Journalisten die Suchmaschine Google. Mit 61 Prozent greifen mehr als die Hälfte der Redakteure auf Wikipedia zurück, noch größer ist die Begeisterung für Blogs: 89 Prozent der Journalisten nutzen diese Form des Web 2.0. Jeder Zweite der Befragten nutzt den Mikrobloggingdienst Twitter. Zum Vergleich: etwa 44 Prozent der Journalisten greifen auf PR-Profis zurück umd etwa Interviews, oder Zugang zu Experten und Quellen zu erhalten.

Da die Umfrage in den USA durchgeführt wurde, lässt sich schwer sagen wie der Trend in Deutschland aussieht. “Genaue Zahlen über die Nutzung von Web 2.0 als Recherchequelle deutscher Journalisten liegen nicht vor. Ich schätze, dass der Prozentsatz in Deutschland niedriger ist. Auf jeden Fall nimmt aber die Bedeutung der sozialen Netzwerke als Recherchequellen zu”, so Hendrik Zörner, Sprecher des Deutschen Journalistenverbandes (DJV). Fest steht zumindest eins: auch wenn die Bedeutung zunimmt, heißt das nicht, dass auch der etwa Inhalt vertrauenswürdiger wird. Dies zeigt sich auch in der Studie wieder, 84 Prozent gehen mit den Informationen aus Social-Media-Quellen eher vorsichtig um.

Die zweiseitige Twitter-Medaille

Auch Twitter ist seine wachsende Bedeutung bekannt, weswegen es natürlich versucht seine eigenen Funktionen für Journalisten und Blogger zu verbessern. In einem Blogeintrag kündigte das Unternehmen die Einführung einer Zitiermöglichkeit an. So wird es künftig über einen HTML-Code möglich sein, Tweets auf externe Seiten einzubinden. Bislang funktionierte das Zitieren von Twitter-Updates nur umständlich mittels textlicher Wiedergabe oder Screenshots. Dies soll nun durch die neue Funktion vereinfacht werden.

Doch wie fast jede Plattform im Netz hat auch Twitter mit Datenschutz- und Sicherheitsproblemen zu kämpfen. So sammelt das Unternehmen zum Beispiel personbezogene Daten und gibt sie auch an Dritte weiter. Diese Informationen werden als Aktivposten in der Bilanz gelistet und man behällt sich vor sie bei einem etwaigen Besitzerwechsel zu verkaufen.

Sicherheitstechnisch ist es vor allem der sogenannte Session Cookie welcher Sorgen bereitet. Das Problem ist, dass der von Twitter verwendete und auf dem eigenen Rechner abgespeicherte Cookie die gleiche Lebenszeit hat wie das Passwort. Für Angreifer ist es also ein leichtes diesen Cookie zu kopieren, das Passwort herauszufinden und somit den kompletten Account zu übernehmen – so lange bis der Benutzer das Passwort ändert. Genaueres zu diesem Thema findet sich hier. Abhilfe würde hier etwa Beispiel eine HTTPS-Verschlüsselte Verbindung schaffen, welche aber derzeit nicht eingesetzt wird.

(pts)

Dieser Beitrag wurde geschrieben am Mittwoch, 5. Mai 2010 und wurde abgelegt unter "Allgemein". Du kannst die Kommentare verfolgen mit. Du kannst hier einen Kommentar hinterlassen, oder einen Trackback senden von deiner eigenen Seite.

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