Branchenriese Amazon steigt in den Lebensmittelmarkt ein. In Zukunft sollen rund 30.000 Produkte angeboten werden.
Das Internet-Versandhaus Amazon startete zunächst als Medienlieferant. Längst findet der Kunde hier aber nicht nur Bücher, DVD’s oder Computer. Neben Werkzeug, Spielzeug und Sportgeräten findet man auf der Plattform seit vergangenen Donnerstag auch eine reiche Auswahl an Lebensmitteln. So kann der interessierte Käufer, angefangen bei Gemüse, Fisch oder Fleisch auch seltene Spezialitäten und das besonders kostbare Olivenöl online einkaufen. Christian Bubenheim, zuständiger Direktor für den Lebensmittelbereich sagte hierzu: “Das ist die größte Auswahl an Lebensmitteln, die es in Deutschland online gibt.”
Ergänzt wird die eigene Produktpalette durch 60 Partnershops, die Amazon als Plattform nutzen, um ihre eigenen Produkte anzubieten. Dazu gehören zum Beispiel Händler wie Biowelt und Gourmondo.
Schon öfters versuchten sich Unternehmen im Lebensmittelverkauf via Internet. Bislang allerdings mit nur mäßigem Erfolg. Lediglich Anbieter ausgesuchter Spezialitäten konnten sich auf dem Onlinemarkt halten. Grund für das Scheitern, ist das extrem dichte Netz an Supermärkten in Deutschland. So kaufen die Deutschen zwar für rund 20 Milliarden Euro jährlich im Internet ein, Lebensmittel werden jedoch bevorzugt im Discounter um die Ecke besorgt.
Dennoch könnte Amazon Erfolg haben, so Wolfgang Twardawa, Handelsexperte von Marktforscher GfK. Denn zum einen ist Amazon ein breit etablierter Onlinehändler mit einem internetaffinen Kundenstamm, zum anderen funktioniere der Handel mit Lebensmitteln über das Internet in anderen Ländern bereits sehr erfolgreich. Zu denken wäre hier an den Lebensmittelgroßkonzern Tesco in Großbritannien oder den Online-Supermarkt Migros in der Schweiz.
Folglich gilt es abzuwarten, wie erfolgreich sich die neue Sparte bei Amazon etablieren wird. Sollte das neue Konzept aufgehen, werden anderen Konkurrenten mit Sicherheit folgen.