Das Internet ist unumstritten eine der größten und bedeutensten Erfindungen in der Menschheitsgeschichte. Egal ob zur Wissensaneignung, dem Kontakt mit anderen über riesige Entfernungen hinweg, oder als Forum zur Diskussion – das Internet ist nicht mehr weg zu denken aus unserer Gesellschaft. Besonders die Interaktion mit Freunden und Bekannten über Chat-, oder VoIP-Programme, sowie mittels Sozialen Netzwerken à la Facebook und StudiVZ ist ein Hauptgrund für die Internetnutzung bei Millionen von Menschen auf dieser Welt. Wenn solch eine Masse an Personen zusammenkommt, ist es leider unausweislich, dass nicht nur positive Inhalte geteilt werden. Bedauerlicherweise äußert sich diese Schattenseite oft in Gewaltherrlichung oder Propaganda von diversen militanten Gruppierungen, oft in Form von Videos, Facebook-Gruppen, oder Foren.
So hat zum Beispiel das Simon Wiesenthal Center (SWC), eine international agierende Menschenrechtsorganisation, herausgefunden, dass die Anzahl einschlägiger Seiten im Vergleich zum Vorjahr um 20 Prozent gestiegen sein. Diese würden, dem “Digital Hate Report” zufolge, Hass, Rassismus, Antisemitismus, Gewalt und Terrorismus verbreiten und propagieren. “Gegenüber klassischen Medien wie dem Fernsehen oder dem Radio sind die User im Internet einer höheren Gefahr ausgesetzt”, behauptet Rainer Gries, Propagandaexperte am Institut für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft an der Universität Wien. Das beruhe vor allem darauf, dass solche Propaganda oft auf eine subversive Art betrieben werde, diese könne aber vom Nutzer nur schwer relativiert und auf Wahrheitsgehalt geprüft werden.
Trotz den, laut SWC, über 11.500 Angeboten in Sozialen Netzwerken, Foren und Websites, die Hass schüren, oder Gewalt verherrlichen, ist und bleibt das Internet ein Ort welcher “Dialog, Debatten und Konsens” fördere. Dies ist auch die Begründung weshalb das Internet für den diesjährigen Friedensnobelpreis nominiert wurde (wer den Preis am Ende entgegennimmt, sollte das Internet ihn wirklich erhalten, ist noch nicht geklärt). Im Endeffekt ist das Internet, wie jedes andere Medium auch, mit einer gewissen Kompetenz zu benutzen, die man sich natürlich vorher aneignen sollte, beziehungsweise sollte diese Kompetenz frühzeitig vermittelt werden. Denn das Internet ist nicht unbedingt gefährlicher als das Fernsehen, besonders was die Verbreitung von Propaganda, Falschmeldungen und schwer nachprüfbaren Informationen betrifft.
(pts)