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Archiv: März 2010

Es ist schon so eine Sache mit den sozialen Netzwerken. Auf der einen Seite sind sie gerade für die jüngeren Generationen unserer Gesellschaft zum Alltag geworden, auf der anderen muss man sich ständig die Datenschutzrechtlichen Bedenken vor Augen halten. Selbst wenn man dies nicht tut, bekommt nach es von anderer Seite her immer wieder aufgezeigt: soziale Netzwerke, allen vorran deren Gallionsfigur Facebook, sind alles andere als sichere Häfen für die eigenen Daten.

So kam es gestern wieder zu einer groben Datenpanne. Das Netzwerk stellte die E-Mailadressen sämtlicher Nutzer auf öffentlich – ohne die Möglichkeit dies abzustellen. Für rund 30 Minuten waren die E-Mail-Adressen aller 400 Millionen Nutzer auf den jeweiligen Profilen einsehbar. Ein Sprecher von Facebook Deutschland äußerte sich gegenüber Heise online folgendermaßen: “Letzte Nacht machte ein Bug während Facebooks üblicher Codeaktualisierung verborgene Mail-Adressen kurz sichtbar. Der Bug wurde innerhalb von Minuten bemerkt und korrigiert”. Ein faux-pas der nicht gerade das Image des Giganten aufbessert.

Dabei hätte man das bei Facebook bitter nötig. Erst vor kurzen kritiserte die Zeitschrift Stiftung Warentest (unteranderem) das größte soziale Netzwerk im World Wide Web. Die Rechter Nutzer werden zu stark einschränkt, gleichzeitig nimmt sich aber das Unternehmen das Recht raus die Daten seiner Nutzer an Dritte weiterzugeben (neben Facebook werden vor allem MySpace und LinkedIn kritisiert). Als ob diese Kritik nicht schon genug wäre, hat Facebook vor künftig “allgemeine Daten” der Nutzer ebenfalls an Dritte weiter zu geben. Das sind “überprüfte Web-Seiten und Anwendungen” welche mit dem Netzwerk in Verbindung stehen. Unklar ist dabei wie diese überprüfung erfolgt, sowie um welche Web-Seiten es sich genau handelt.

Ein weiterer Kritikpunkt sind die Vorwürfe gegen seinen Gründer, Mark Zuckerberg. Nach Informationen des Silicon Alley Insider soll sich im Mai 2004 der damals 19-Jährige Zuckerberg in diverse E-Mail-Konten von Journalisten der The Havard Crimson, einer Studentenzeitung gehackt haben um so den E-Mail-Verkehr mit Facebook-Kritikern zu verfolgen. Diese arbeiteten an einer Geschichte über die Entstehung des Netzwerkes. Sollten die Vorwürfe sich erhärten, könnte dies noch stärker am schon so brüchigen Image des Unternehmens rütteln. Ob sich allerdings danach der Großteil der User von Facebook abwenden wird ist eher fraglich, zu stark ist das Netzwerk Bestandteil der heutigen Jugendkultur.

Das Internet ist unumstritten eine der größten und bedeutensten Erfindungen in der Menschheitsgeschichte. Egal ob zur Wissensaneignung, dem Kontakt mit anderen über riesige Entfernungen hinweg, oder als Forum zur Diskussion – das Internet ist nicht mehr weg zu denken aus unserer Gesellschaft. Besonders die Interaktion mit Freunden und Bekannten über Chat-, oder VoIP-Programme, sowie mittels Sozialen Netzwerken à la Facebook und StudiVZ ist ein Hauptgrund für die Internetnutzung bei Millionen von Menschen auf dieser Welt. Wenn solch eine Masse an Personen zusammenkommt, ist es leider unausweislich, dass nicht nur positive Inhalte geteilt werden. Bedauerlicherweise äußert sich diese Schattenseite oft in Gewaltherrlichung oder Propaganda von diversen militanten Gruppierungen, oft in Form von Videos, Facebook-Gruppen, oder Foren.

So hat zum Beispiel das Simon Wiesenthal Center (SWC), eine international agierende Menschenrechtsorganisation, herausgefunden, dass die Anzahl einschlägiger Seiten im Vergleich zum Vorjahr um 20 Prozent gestiegen sein. Diese würden, dem “Digital Hate Report” zufolge, Hass, Rassismus, Antisemitismus, Gewalt und Terrorismus verbreiten und propagieren. “Gegenüber klassischen Medien wie dem Fernsehen oder dem Radio sind die User im Internet einer höheren Gefahr ausgesetzt”, behauptet Rainer Gries, Propagandaexperte am Institut für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft an der Universität Wien. Das beruhe vor allem darauf, dass solche Propaganda oft auf eine subversive Art betrieben werde, diese könne aber vom Nutzer nur schwer relativiert und auf Wahrheitsgehalt geprüft werden.

Trotz den, laut SWC, über 11.500 Angeboten in Sozialen Netzwerken, Foren und Websites, die Hass schüren, oder Gewalt verherrlichen, ist und bleibt das Internet ein Ort welcher “Dialog, Debatten und Konsens” fördere. Dies ist auch die Begründung weshalb das Internet für den diesjährigen Friedensnobelpreis nominiert wurde (wer den Preis am Ende entgegennimmt, sollte das Internet ihn  wirklich erhalten, ist noch nicht geklärt). Im Endeffekt ist das Internet, wie jedes andere Medium auch, mit einer gewissen Kompetenz zu benutzen, die man sich natürlich vorher aneignen sollte, beziehungsweise sollte diese Kompetenz frühzeitig vermittelt werden. Denn das Internet ist nicht unbedingt gefährlicher als das Fernsehen, besonders was die Verbreitung von Propaganda, Falschmeldungen und schwer nachprüfbaren Informationen betrifft.

(pts)

Einschlägige Gruppen, unüberlegte Statusmitteilungen, peinliche Partybilder. Viele Nutzer von sozialen Netzwerken sehen sich täglich mit der Entscheidunge konfrontiert, ob man solche Informationen wirklich öffentlich zugänglich machen soll. Denn, einmal von der Problematik der Vorratsdatenspeicherung abgesehen, könnten solche Sachen schnell zu peinlichen Fragen führen. Und das nicht nur unter Freunden, angenommen beim nächsten Bewerbungsgespräch bekommt man nach Darstellung seiner Hobbies die Frage an den Kopf geworfen, warum man denn auf über 500 Partybildern mit diversen alkoholischen Getränken und zum Teil sehr ausgelassen Gesichtsausdruck zu sehen ist. Darüber sollte man sich dann vielleicht wirklich einmal Gedanken machen.

Auf wen genau diese Beschreibung zutrifft, der kann vielleicht erst einmal aufatmen. Eine Erhebung der Online-Jobbörse StepStone hat nämlich ergeben, dass die Recherche nach persönlichen Daten in sozialen Netzwerken à la studiVZ, Linkedln, oder Facebook eine eher geringe Rolle bei der Bewerbung spielt. Von über 4.300 befragten deutschen Führungskräften, gaben 89 Prozent an im persönlichen Bewerbungsgespräch noch nie mit Profildaten konfrontiert wurden zu sein. Trotzdem warnen Experten davor, zu viel von sich preiszugeben.

Denn man könne nie wissen, ob wirklich mal ein Personalchef nach den Daten des Bewerbers die gängigen sozialen Netzwerke durchforstet. Sieben Prozent gaben zum Beispiel an, schon einmal auf ihr Profil angesprochen wurden zu sein. “Auch wenn sich Personaler während eines Gespräches nicht auf Profilangaben der Bewerber direkt beziehen, heißt das nicht, dass ihnen diese nicht bekannt sind”, so Mario Trusgnach, Geschäftsführer von Adecco Österreich, einem Personaldienstleister. Trotzalledem sind aber die Netzwerke als Recherchequellen weit weniger verbreitet als bislang angenommen.

Demnach werden auch weiterhin die bewährten Methoden gewählt, um herauszufinden ob ein Bewerber für die Stelle geeignet ist oder nicht. Trotzdem kann eine Nachlässigkeit Folgen haben. “Wer jedoch aus Nachlässigkeit eigene Partybilder oder andere unglückliche Schnappschüsse bzw. Videos in sozialenn Netzwerkenn öffentlich zugänglich macht, ist selbst Schuld”, so Trusgnach gegenüber pressetext.

Das größte soziale Netzwerk der Welt wird wahrscheinlich bald ein neues Feature haben: das Teilen von Positionsinformationen. Die über 400 Millionen Nutzer von Facebook könnten so sehen, was ihre Freunde wo schreiben. Diese Informationen wurden von anonymen Quellen aus dem Unternehmen entnommen, welche über laufende Entwicklung nicht öffentlich sprechen dürfen.

Der Benutzer soll demnach bei der Verwendung von Geo-Tags vorher gefragt werden. Bereits Ende letzten Jahres hat man, im Zuge der neuen Datenschutzbestimmungen, einen kleinen Wink mit dem Zaunfahl bekommen:

Wenn du anderen deinen Standort mitteilst oder zu etwas, das du auf Facebook stellst, eine Ortsangabe machst, dann behandeln wir dies wie alle anderen von dir geposteten Inhalte. Wenn wir einen Dienst anbieten, der diese Art der Standortmitteilung unterstützt, geben wir dir die Möglichkeit, dich explizit für die Teilnahme daran zu entscheiden.

Anscheinend experimentiert man dieser Funktion schon seit über einem Jahr, man wollte aber noch warten bis das Produkt bereit wäre vom “Mainstream” akzeptiert zu werden. Dies hört man zumindest von Stimmen aus dem Unternehmen.

Demnach soll das Feauture auch zwei Teile haben. Der eine wird direkt den Benutzern angeboten, um Informationen über ihren Aufenthaltsort mit ihren Freunden teilen zu können. Der andere Teil wird den Programmieren in Form eines sogenannten API’s zur Verfügung gestellt. Das heisst, es wird in Zukunft sicherlich einige interessante Programme geben, die dieses Feature nutzen. Da ein Viertel der Benutzer mobil auf das Netzwerk zugreifen, könnten vor allem Firmen davon profitieren. Allerdings dürfte dies eher auf kleiner Unternehmen zutreffen, etwa wie Restaurantguides, oder in Form von Angaben über den nächsten Pizzaservice.

Neben Facebook gibt es verschiedene andere Seiten die Orts-basierte Services anbieten, oder diese zumindest unterstützen. So zum Beispiel kleinere soziale Netzwerke wie Loopt, Foursquare und Gowalla. Aber auch Google (mit Google Latidue) und Twitter bieten bereits entsprechende Optionen an.

(via)

Wer oft Akkus benutzt, der wird sicher auch ein Ladegerät für sie besitzen. Diese Akkuladegeräte gibt es in allen Größen, Formen und Farben. Sogar über den USB-Slot lassen sich Batterien aufladen – ideal wenn man mit dem Laptop unterwegs ist. Eines dieser Geräte ist der Energizer DUO. Seit 2007 ist er bereits im Handel und kürzlich entdeckte man: er enthält einen Trojaner.

Dies gab das das amerikanische Computer Emergency Response Team (CERT), welches dem US-Heimatschutzministerium angehört, vor kurzem bekannnt. Demnach sei nicht bekannt wie sich der Trojaner bei der Herstellung in der mitgelieferten Software einnisten konnte. Bekannt ist aber, dass er eine Hintertür (bei Windows-PC’s) öffnet, die Angreifern volle Kontrolle über den jeweiligen Rechner gibt. Von Seiten Energizers wurde das Problem bestätigt und das Gerät aus dem Handel entfernt. Nun versucht man, in Zusammenarbeit mit CERT, herauszufinden wie der Code in die Software gelangte.

Konkret befindet sich der Trojaner in einer im Lieferumfang enthaltenen Anwendung, welche der Überwachung des Ladezustandes der Akkus dient. Bei Ausführung legt er die Datei Arucer.dll an, welche den Port 7777 öffnet und dann auf eingehende Verbindungen, sprich Anweisungen, wartet. So können Angreifer unbemerkt Programme herunterladen (andere Malware zum Beispiel), oder auch Dateien verschicken. Eine Deinstallation der Software, sowie das Löschen der Arucer.dll würde weiteren Betrieb unterbinden, so die Sicherheitsexperten.

(via)

Man sitzt also mal wieder vor dem PC. Die Hausarbeit wurde abgegeben, Arbeiten muss man erst morgen wieder. Vielleicht sollte man sich mit Freunden treffen? Gute Idee. Nach dem Griff zum Telefon folgt die Ernüchterung: keine Zeit, nicht da, keine Lust. Wie wärs mit lesen? Ebenfalls eine gute Idee. Doch 10 Minuten später packt man die Zeitung wieder weg und starrt auf die sechs bunten Buchstaben mit darunterstehender Suchmaske die das Internet verändert haben. Die Wahl des Zeitvertreibs fällt also auf das Internet. Gute Idee. Doch wo könnte man sich am besten amüsieren? YouTube? Kennt man alles schon. Diverse Lachseiten? Nicht witzig genug. Mh… Wie wärs mit einem Videochat? Gute Idee!

Wer sich in dieser kleinen Einleitung des öfteren wiederfindet, der sollte sich vielleicht einmal die Seite ChatRoulette.com genauer ansehen. Dort werden nach dem Zufallsprinzip zwei Menschen mit Webcam ausgelost, die sich danach virtuell gegenüber sitzen und über Bild, Ton und Schrift kommunizieren können. Wenn einem der Gegenüber nicht gefällt wird einfach auf “Next” geklickt. Nicht selten passiert es da, dass man statt einem Menschen ein unidentifizierbares Bild sieht. Doch nach mehrmaligen Klicken auf den “Next”-Button bekommt man früher, oder später auch einen Humanoiden zu Gesicht. Ob der einen aber auch wirklich sehen will, hängt natürlich von ihm ab. Denn so schnell man dabei ist den “Next”-Knopf zu drücken, so schnell wird man auch selbst aussortiert.

Die Idee für das Projekt stammt von Andrej Ternowskij, einem 17-jährigen Russen. Gegenüber der “New York Times” erklärte er, dass ihm das Programm Skype zu langweilig wurde. Daraufhin entwickelte er ChatRoulette, welches im November 2009 das Licht des Internets erblickte. Aufgrund des hohen Andrangs musste er den für die Seite mehrmals umschreiben und weitere Server mieten. Sieben Stück davon braucht die Website nun schon, alle davon stehen in Frankfurt am Main.

Nach einer Erhebung vom comScore gab es allein im Januar fast eine Millionen unique users. Knappe Zehntausend Nutzer sind rund um die Uhr online. Bei so einer Masse an Benutzern, kann Manipulation natürlich nicht ausgeschlossen werden. Zwar ist das Mindestalter mit 16 Jahren angegeben und obszönes, verletzendes, sowie pornografisches Material ist verboten, doch überprüfen kann das keiner so richtig. Auch gab es Hinweise, dass einige Nutzer das System manipulierten und statt einem Live-Bild ein Video in den Stream einspielten.
Dies zeigt, dass man bei ChatRoulette, genauso wie bei allen anderen Kommunikationsdiensten im Internet genau aufpassen muss was man von sich preis gibt und vor allem wieviel man dem Gegenüber glaubt.


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